Die Vision einer nachhaltigen Stadt realisieren!

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“Nachhaltigkeit“ ist auf dieser MIPIM ein vielgebrauchter Begriff – und er zieht sich ja auch durch viele der Vorträge auf unserem Messestand. Aus der Sicht von Dr. Frank Heinlein, Director Business Communication bei der Werner Sobek Stuttgart GmbH & Co. KG, muss die Frage aber lauten: „Wie können wir Nachhaltigkeit zum selbstverständlichen Bestandteil unserer gebauten Umwelt machen?“

Wir kämpfen mit ausufernden Städten, endlosen Verkehrsstaus, krankmachendem Lärm und verschmutzter Luft. Aber eigentlich, sagt Heinlein, könnten wir alle diese Probleme heute schon lösen. „Schauen Sie sich beispielhaft das Auto an. Warum sind wir beim Bauen noch weit davon entfernt, was die Autoindustrie schon heute recyclieren kann? 50% des gesamten Mülls kommen in Deutschland aus dem Bauschutt!“ Deshalb seien die Ziele des Büros Sobek mit dem prägnanten Begriff „triple zero“ ® umschrieben: zero energy, zero emissions, zero waste (also 100% Wiederverwendbarkeit).heinlein_01

Dass dies keine Visionen in ferner Zukunft sind, belegte Heinlein an den bekannten Beispielen R128 (dem Stuttgarter Wohnhaus von Prof. Sobek), der Freiburger Altarinsel für den Besuch von Papst Benedikt XVI. oder dem Projekt F87, dem Berliner Effizienzhaus mit E-Mobilität. Besonders beeindruckend: Diese Konzepte funktionieren nicht nur bei Neubauten – wie er anhand von P12 zeigen konnte. Das Bestandsgebäude in Neu-Ulm aus den 30er-Jahren konnte u.a. mit Hilfe einer Vorsatzfassade in ein Plus-Energiehaus umgewandelt werden.

„Natürlich kommt es immer auf die Konzepte an,“ sagte Heinlein, „was dem Gebäude, der Zeit und dem Etat angemessen ist. So sind die bisherigen Programme zur Energie-Einsparung zwar richtig – aber sie sind eben nur ein kleiner Schritt auf dem Weg.“ So wichtig Themen wie das Dämmen vom Dach oder der Einbau von Solarkollektoren seien, so bliebe die Energiekosteneinsparung pro 1.000 Euro Investition doch leider immer im Bereich weniger Prozent. Lediglich die Hausautomation mit Einzelraumregelung bringe mit 9 Prozent eine signifikante „Hebelwirkung“.

heinlein_case_Study_Stgt_kFür die anwesenden Stuttgarter Gäste hatte er die Nachricht mitgebracht, dass es bald auch in der Landeshauptstadt ein „Case Study House“ ähnlich wie F87 zu besichtigen gäbe. Wie könnte es in Stuttgart anders sein: Auch hier spielt die Verbindung zwischen Haus und Elektromobilität eine große Rolle. Die Eröffnung ist für Ende 2013 / Anfang 2014 geplant.